Friedrich Wilhelm v. Seydlitz-Kurzbach
General der Kavallerie

Der bekannteste Seydlitz ist sicher der Reitergeneral Friedrichs II., der sich im Siebenjährigen Krieg besonders auszeichnete.

1721 wurde Friedrich Wilhelm von Seydlitz zu Kalkar geboren und zu Cleve getauft. Nach dem Tode des Vaters zog die Mutter nach Freienwalde (unweit westlich der Oder), wo der Sohn die Schule besuchte. Der Markgraf von Schwedt nahm danach den 14 jährigen Knaben als Page an seinen Hof.

Über die militärische Laufbahn des Generals ist folgendes bekannt:

  • 1734 Page beim Markgrafen Friedrich von Schwedt;
  • 1738 Cornet bei Markgraf Friedrichs Kürassieren in Belgard in Hinterpommern;
  • 1743 Rittmeister bei Natzmer-weißen-Husaren in Schlesien;
  • 1745 Major bei demselben Regiment in Trebnitz;
  • 1752 im September Oberstlieutenant;
  • 1752 im Oktober Kommandeur des Dragoner Regiments Pr. v. Württemberg;
  • 1753 Kommandeur des Rochowschen Kürassier-Regiments;
  • 1755 zum Oberst befördert;
  • 1757 Nach der Schlacht bei Kolin wurde er am 20.Juni zum Generalmajor befördert;
  • 1757 im November, wenige Tage nach der Schlacht bei Roßbach wurde er zum Ritter des Schwarzen Adler-Ordens ernannt. Der König sagte seiner ganzen Armee feierlich Dank für diesen Sieg.
  • 1757 am 20. November wurde er zum General Lieutenant befördert und wurde Chef des Rochowschen Kürassier-Regiments. Nach der Schlacht bei Zorndorf redete der englische Gesandte den König an: „Der Himmel hat Euer Majestät heute wieder einen schönen Tag gegeben.“ „Ohne diesen“ erwiderte der König auf Seydlitz zeigend, „würde es schlecht aussehen“.
  • 1763 wurde er General-Inspekteur der Schlesischen Reiterei;
  • 1767 am 29. Juli wurde er zum General der Kavallerie befördert;
  • 1773 am 7. November ist er in Ohlau, der Garnison seines Regiments, gestorben. Er ist auf seinem Gut Minkowsky, in der Nähe von Ohlau, begraben worden. Das Grabmal wurde nach dem Zweiten Weltkrieg zerstört.

Schloss Minkowski zur Zeit des Reitergenerals

Friedrich Wilhelm von Seydlitz-Kurzbach war nach dem Urteil englischer und französischer Militärhistoriker neben Murat der bedeutendste Reiterführer der modernen Kriegsgeschichte. Er war nicht nur ein mitreißender Führer großer Kavallerieverbände wie z. B. bei Roßbach (1757) und Zorndorf(1758), sondern auch der Schöpfer der modernen Kavallerie. Seine Grundsätze für die Ausbildung zu Pferde und im Gefecht galten noch bis zum Ersten Weltkrieg.

Seydlitz kam in jungen Jahren zu höchsten Ehren. Er wurde der jüngste Generalleutnant der Armee und erhielt nach Roßbach den Schwarzen Adlerorden. Später wurden das Kürassierregiment (Magdeburgisches Nr. 7) und zwei Schiffe der Kriegsmarine (1913 und 1939) nach ihm benannt.

Die Bundeswehr benannte 1993 die Luftwaffenkaserne bei Kalkar nach dem Reitergeneral.

Schloss Minkowski Frühjahr 2006

Die Schlacht bei Rossbach (PDF)

Friedrich Wilhelm von Seydlitz-Kurzbach bei Wikipedia (extern)