Die Schlacht von Wahlstatt und die Vettern von Wahlstatt

 

Die Schlacht von Wahlstatt

Rothkirch

Die Schlacht von Wahlstatt am 9. April 1241 gegen die Mongolen – damals auch Tataren genannt – hat eine sowohl für Europa als auch für die Mongolen heraus­ragende Bedeutung. Für letztere war es die am weitesten westlich geführte Schlacht, die jemals in ihrem riesigen Reich geschlagen wurde und ist daher auch heute noch im geschichtlichen Bewusstsein des mongolischen Volkes fest verankert.

Nostiz

Der schlesische Herzog Heinrich der II., der Fromme, Sohn der Hl. Hedwig, stellte sich mit einem Ritterheer einem unbekannten und grausamen Feind entgegen. Im heldenhaften Kampf gegen einen zahlenmäßig überlegenen Gegner erlitt der Herzog eine vernichtende Niederlage und wurde selbst auf dem Schlachtfeld getötet. Die Mongolen drangen jedoch nach dieser Schlacht nicht mehr weiter in Europa vor, sondern traten den Rückzug an. Heinrich der II. hatte also einen großen Sieg errungen und Europa gerettet – eine Tat von welthistorischer Bedeutung.

Prittwitz

Der Überlieferung nach sollen am Jahrestage der Schlacht von Wahlstatt die von ihren Wunden geheilten Streiter aus den Geschlechtern Nostiz, Prittwitz, Seydlitz, Strachwitz und Zedlitz, die alle in der Schlacht einen hohen Blutzoll geleistet hatten, zusammengekommen sein, um für den letzten männlichen Nachkommen der Familie Rothkirch die Vormundschaft zu übernehmen. Von der Familie Rothkirch waren in Wahlstatt alle waffenfähigen Männer gefallen. Nur ein erst nach der Schlacht geborener Sprössling trug noch den Namen.

Seydlitz

Für dieses vaterlose, „nicht selbstmündige Kind“ übernahm eine „Schwertmag“ die Gesamtvormundschaft. Der bis dahin „schutz- und muntlose“ junge Rothkirch erhielt damit den damals notwendigen Rechtsschutz durch die oben genannten mächtigen und landeingesessenen Familien und deren Sippen. Es wurde vereinbart, dass diese Vetternschaft auch für die jeweiligen Nachkommen gilt. Die Familie Rothkirch gehört heute natürlich auch zur Vetternschaft.

Strachwitz

Die freundschaftliche Verbindung dieser Familien dauert nun bereits länger als 750 Jahre oder 25 Generationen an. Im Jahre 1991, anlässlich des 750. Jahrestages fand in Fulda ein großes Zusammentreffen dieser sechs Familien statt, um die in der Vereinigung liegende Tradition weiterzuführen. Ein ähnliches Treffen wurde 2006 in Liegnitz und Wahlstatt (Polen) durchgeführt.

Zedlitz

Die Bedeutung dieser Verbindung zwischen den Familien, die auch eine enge Verbindung zum schlesischen Adel, ebenso wie zum Adel von Ungarn, Polen, Russland und der Mongolei einschließt, liegt in der gemeinsamen Tradition und der daraus erwachsenden Kraft für das Zusammenwachsen Europas.

Weitere Infos zur Schlacht von Wahlstatt und den Mongolen heute (PDF)