Die Wappenlegende

 
Das Wappen

Das Wappen der Familie v. Seydlitz und v. Seidlitz zeigt drei gebogene rote Fische in silbernem Feld, Büffelhörner und gekreuzte Lanzen, silberne und rote Decken als Helmzier.

Die Legende über die Entstehung des Wappens

Als noch in dem Heidentum die tapfere slavonische Nation wider ihre Feinde auszog, hat es sich angetragen, daß sie an ein groß unbekannt Wasser kommen. Und weil man wegen Unerfahrenheit, wie tief das Wasser sey, nicht darüber setzen können; so ist im Lager ausgerufen worden: Wer es wagen, und die Furth durch das Wasser suchen und finden würde, der sollte herrlich und reichlich belohnt werden.

Darauf haben sich drey leibliche Brüder, ihre Tapferkeit zu erweisen, an drey unterschiedenen Orten, in das Wasser gewagt, und den Furth glücklich gefunden, so daß die ganze Armee durch das Wasser hindurch setzten, und das Vorhaben wider ihre Feinde ausführen können. Für diese Tapferkeit und Heldenthat, sind diese drey Brüder, sehr herrlich und vortreflich beschenkt, und unter den Ritterorden mit dem Zeichen und Wappen eines Karpfen aufgenommen worden. Indem aber alle drey leibliche Brüder, und einerley Tapferkeit erwiesen hatten, so haben sie beliebet, jeder sein Wappenzeichen, nehmlich einen Karpfen, zusammen in ein Schild, und also drei Karpfen über einander zu setzen. Sie unterscheiden sich bloß durch die Helmzierrathen, indem einige auf ihren Helmen einen Hörner- oder Elephantenrüssel, mit zwey Copien, andere aber fünf Federbüsche, und die dritten eine Mütze mit Federn führen.

Diese drey Brüder sind die Anherren eines großen Geschlechtes, welches sich in den folgenden Zeiten in Böhmen, Schlesien und Thüringen, in Polen und Polnischpreußen, unter beständigem Ruhme sehr ansehnlich ausgebreitet. Dieses bezeuget auch Akolsky, ein polnischer Geschichtsschreiber, in seiner Schrift Orbis poloniae genennt, in ersten Buch pag. 466. Wenn er auf diese Familie von Seydlitz kommt, welche sich damals zum Unterschiede so vieler Häuser den Nahmen Korzbok, oder deutsch Kurzbach v. Seydlitz beygeleget, wie in dem Joanne Sinapio zu finden; so schreibt er daselbst:

„Es sind in dem Geschlechte derer von Korzboko-Seydlitz viele nach Pohlen kommen; weil sie nun mit denen in Schlesien einerley Wappen führen, so müßen sie zu einem Geschlechte gehören.“

Auch alle öffentliche Acta und Instrumenta in denen Gerichtshöfen in Pohlen bestättigen dieses, daß die Herrn von Seydlitz in Pohlen sich bis auf den heutigen Tag stets Korzbok von Seydlitz schreiben.