Ernst v. Seydlitz-Kurzbach

 

Ernst v. Seydlitz-Kurzbach

Der “Geographie-Seydlitz”

Generationen von Schülern lernten Geographie, aber auch andere Naturwissenschaften mit dem „Seydlitz“.

Dieses seit nun beinahe 200 Jahre bekannte didaktische Konzept geht zurück auf Ernst v. Seydlitz-Kurzbach, der als 6. von 7 Geschwistern in Tschöplau i. Schlesien am 29.4.1784 geboren wurde. Ernst’s Vater war Major a. D. Balthasar Florian, Herr auf Stroppen und Wikolino bei Guhrau.

Ernst wurde in der Herrnhuter Brüdergemeine erzogen und widmete sich philologischen und theologischen Studien in Niesky und Gnadenfeld. Seit 1804 Lehrer, wurde er 1815 Mitinspektor an der großen Anstalt in Gnadenfrei (Der Gründer dieser Herrnhutergemeine im Jahre 1743 war Ernst Julius v. Seidlitz).

1819 wurde Ernst v. Seydlitz-Kurzbach Direktor der gleichen Anstalt. Dies blieb er, bis er 1832 infolge drohenden Hypothekenausfalls das Gut Görlitz bei Breslau übernehmen musste.

In seiner Eigenschaft als Direktor gab er einen Leitfaden der Geographie heraus, der in zahllosen Auflagen immer wieder bis in die Gegenwart erschienen ist. Er ist der Erfinder des berühmten „Seydlitzstrichs“ zur charakteristischen Darstellung der Kartenblätter, die man allgemein in der Welt angenommen hat.

Er war verheiratet mit Henriette de la Palme du Pré. Am 16.5.1859 verstarb er und hinterließ 6 Nachkommen, die aber kinderlos blieben. Ergänzend hierzu ein Auszug aus der „Vorbemerkung“ der E. von Seydlitz’schen Geographie, Hundertjahr-Ausgabe Pfingsten 1925:

„1824 veröffentlichte E. von Seydlitz-Kurzbach einen knappen Leitfaden der Geographie, der auf 240 Seiten in kleinem Format die damals für Schulzwecke erforderlichen geographischen Kenntnisse in kurzer Darstellung zusammenfasste. Er verriet dabei klaren methodischen Blick, indem er größeres Gewicht auf die Charakterisierung der einzelnen Landräume als auf trockene Zahlen- und Namensangaben legte und schon die wirtschaftliche Eigenart der Länder und Städte hervortreten ließ. Er gab sein Lehrbuch 25 Jahre selbst heraus und verbesserte es von Auflage zu Auflage. 1852 trat zum ersten Mal der „Seydlitzstrich“ auf, die Wiedergabe wichtiger Einzelheiten der Karte in Form der Strichskizze…“